MML Computer-Assisted Translation

Translation into English

Annemarie Künzl-Snodgrass

NOTE: The following text is is one of three texts offered for translation in Paper GeB2 2005. Only two texts out of the three have to be translated in the exam.

Translate the following passage into ENGLISH:

Boris Becker sah ich das erste Mal mit 17 Jahren. Die Tenniskarriere von mir und meinem Partner in der Kreisklasse [1] beim TC Worpswede [2] trat auf der Stelle [3] und eines Tages, es war der 7. Juli 1985, sahen wir im Fernsehen Boris Becker in Wimbledon gegen Kevin Curren siegen. Es war unvorstellbar, dass jemand, der genauso alt war wie wir, so etwas Gigantisches erreichte. Das gaben wir am Anfang natürlich nicht zu, sondern verwiesen darauf [4], dass Boris Becker ja vielleicht Tennis spielen könne, aber der Rest, der sei ja irgendwie sehr unausgeprägt, was zum Beispiel das flüssige Sprechen anbelangt [5]. Als wir hörten, Boris Becker sei vom baden-württembergischen Kultusministerium für zwei Jahre von der Schule beurlaubt worden, sagten wir, dass wir jetzt ebenfalls Wimbledonsieger wären, wenn man uns auch zwei Jahre beurlaubt hätte.

Es waren seine Krisen, die ihn uns allmählich zum Freund werden lie?en [6]. Seinen Wutausbrüchen auf dem Platz, die uns an John McEnroe immer geärgert hatten, ihnen pflichteten wir genauso bei [7] wie seiner Flucht nach Monaco vor dem Wehrdienst und dem Steueramt, schlie?lich hätten wir es genauso gemacht. Becker war wie wir kein Bubi [8] mehr. Er spielte unrasiert in Flushing Meadows, wehrte sich gegen die Vereinnahmung [9] seiner Person, beschimpfte blöde Journalisten und suchte jetzt nur noch nach intensiven Frauen- und tiefen Trainerbeziehungen. Becker hatte trotz seines Erfolges etwas Aufbegehrendes [10], etwas vielleicht doch Unangepasstes [11] - und war damit so typisch für uns: Es gab ja eigentlich keine richtigen Gründe mehr, auf die Barrikaden zu gehen [12]. Die Generation, die uns vorgesetzt wurde [13], war so unkonturiert und diffus und mit so uneindeutigen Angriffsflächen [14]. Einerseits also immer noch im tönenden Pathos von '68, andererseits aber längst totales Establishment. Und um gegen die 68er-Eltern zu protestieren, war oft die Karriere die beste Revolte oder das Herumzicken [15] im gemachten Nest [16].

MORITZ RINKE